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30.06.2026
Arbeitsmarkt im Juni: Verhaltener Ausklang der Frühjahrsbelebung
Zum Ende der Frühjahrsbelebung ist kaum Bewegung auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit ist im Juni 2026 minimal gesunken, die Nachfrage nach Arbeitskräften verharrt weiterhin auf niedrigem Niveau und durch die im zweiten Quartal stärker spürbaren Folgen des Iran-Kriegs zeichnet sich vorerst keine Trendwende ab.
Arbeitslosigkeit leicht rückläufig Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni gegenüber dem Vormonat um 15.000 bzw. 0,5 Prozent auf 2,936 Millionen Menschen gesunken. Gemessen an den schwachen Vorjahren fiel dieser Rückgang vergleichsweise kräftig aus, im längerfristigen Vergleich bleibt er jedoch gering. Saisonbereinigt errechnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) lediglich einen geringfügigen Rückgang um 1.000. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt die Gesamtzahl der Arbeitslosen um 22.000 höher. Die Arbeitslosenquote betrug 6,2 Prozent und lag damit so hoch wie ein Jahr zuvor. Arbeitskräftenachfrage verharrt auf niedrigem Niveau Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bleibt eher schwach. Die Bundesagentur für Arbeit zählte im Juni 648.000 gemeldete Stellen, 16.000 oder 2,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Erwerbstätigkeit sank im Mai leicht um 8.000 Personen und lag mit 45,83 Millionen um 177.000 bzw. 0,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gab im April nach einem Anstieg im März saisonbereinigt wieder um 5.000 nach und summierte sich auf 34,84 Millionen – 71.000 oder 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Kurzarbeit nimmt weiter ab Die Inanspruchnahme konjunktureller Kurzarbeit ist weiter zurückgegangen. Nach vorläufigen Hochrechnungen erhielten im April 133.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld – 17.000 weniger als im Vormonat und 101.000 weniger als ein Jahr zuvor. Die Kurzarbeiterquote lag bei 0,4 Prozent und damit im langjährigen Vergleich weiterhin leicht erhöht. Bei den Anzeigen, die als Frühindikator gelten, zeigten Betriebe vom 1. bis 24. Juni wie schon im Mai für rund 26.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit an. Zeitarbeit: Beschäftigung hält das Vormonatsniveau In der Zeitarbeit hat sich die Beschäftigung zuletzt stabilisiert. Nach aktuellen Angaben der BA waren im April 2026 524.300 Personen sozialversicherungspflichtig in der Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt und damit praktisch genauso viele wie im Vormonat (+200). Im Jahresvergleich bleibt der Abwärtstrend jedoch deutlich: Gegenüber April 2025 sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Zeitarbeit um 32.800 bzw. 5,9 Prozent. Ausblick: Frühindikatoren lassen keine Wende erwarten Die vorliegenden Frühindikatoren sprechen dafür, dass sich die jüngste Entwicklung in den kommenden Monaten tendenziell fortsetzt. Das IAB-Arbeitsmarktbarometer verharrte von Mai auf Juni unverändert bei 99,6 Punkten und liegt damit weiterhin knapp unterhalb der neutralen Marke von 100. Ob der Arbeitsmarkt wieder Tritt fasst, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Konjunktur entwickelt, wie stark die Folgen des Iran-Kriegs im zweiten Quartal durchschlagen und ob Binnennachfrage und Investitionen an Schwung gewinnen. Eine Trendwende ist vorerst nicht in Sicht. (Quelle: GVP)

 

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